Mineralien, Fossilien
Geologie im Alpstein
 

DIE MINERALIEN DES ALPSTEINS

 

Die Mineralien des Alpsteins und des nördlich anschliessenden Alpenvorlandes treten vorwiegend in tektonisch gebildeten Klüften und Hohlräumen mesozoischer und tertiärer Sedimentgesteine (hauptsächlich Kalke und Sandsteine) auf. Die Mineralparagenesen entsprechen weitgehend der geochemischen Beschaffenheit des umgebenden Gesteins, wobei Karbonate (vorwiegend Calcit) mengenmässig gegenüber den anderen Mineralarten dominieren. Es ist anzunehmen, dass diese Mineralisationen hauptsächlich durch Lateralsekretion, d.h. Auflösung einzelner Mineralphasen aus dem Nebengestein und Ausfällung in unmittelbar benachbarten Hohlräumen, entstanden sind.

Eine besondere Stellung nehmen die Fluoritvorkommen bei Dürrschrennen und in der Chobelwand ein: hier liegen Gangbildungen entlang ausgedehnter vertikaler Bruchsysteme vor, in welchen neben Calcit in beträchtlichen Mengen Fluorit ausgebildet ist. Diese Mineralien sind aus hydrothermalen Lösungen auskristallisiert, die allenfalls aus grösserer Tiefe und in der Endphase des alpinen Deckentransportes aufgestiegen sind. Die Mineralien sind im Allgemeinen idiomorph ausgebildet, d.h. sie besitzen eine arttypische Eigengestalt. Der im Alpstein häufig vorkommende Pyrit sowie der Markasit sind dagegen nicht an Gesteinshohlräume gebunden; sie treten als kugelige, knollige Mineralaggregate bzw. Konkretionen auf, die vermutlich während der Diagenese des umgebenden Gesteins entstanden sind.

In den Kalkgesteinen des Säntisgebirges ist der Calcit das weitaus am häufigsten vorkommende Mineral. Der Fluorit ist sicher das von den Sammlern am meisten gesuchte Mineral. Er kann im Alpstein an einzelnen Fundstellen in einer Qualität gefunden werden, wie er andernorts in der Schweiz fehlt. An verschiedenen Orten, über das ganze Gebirge verteilt, können kleine Quarzkriställchen, teilweise in der Form der sogenannten "Öhrli-Diamanten", gefunden werden. Weit verbreitet ist im Säntisgebiet der Pyrit. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Vorkommen von Hämatit bekannt. Weitere, seltener vorkommende Mineralarten sind: Aragonit, Baryt, Chalcedon, Dickit, Dolomit/Ankerit, Gips, Markasit, Pyrrhotin, Realgar und Strontianit. Im Folgenden sollen die verschiedenen Mineralarten einzeln beschrieben werden. Ausführlichere Beschreibungen der verschiedenen Mineralien sind aufgeführt im Buch „Mineralien im Alpstein“ (Kürsteiner und Soom 2007) sowie in Kürsteiner (2014).

 

Aragonit CaCO3

Das Mineral Aragonit konnte im Alpstein lediglich bei Lokalität Chessiloch am Oberrieter Chienberg gefunden werden. Dem Calcit ist dort vereinzelt Aragonit in der Form feiner büscheliger Überzüge aufgewachsen. Aragonit entstand durch die Verwitterung von Dolomit; es liegt somit eine rezente, sekundäre Mineralbildung vor.

Büscheliger Aragonit auf skalenoedrisch ausgebildetem Calcit. Chessiloch Ost.  Bildbreite 6 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Baryt BaSO4

Der Baryt findet sich an der Äscherwand als milchigweisse Aggregate und Blättchen < 1 mm, die aus reinem Baryt bestehen. Weiter tritt gleichenorts ein blättriges, weisses, bis 1 cm grosses Mineral auf, welches stellenweise pulverförmig zersetzt ist. Eine Mikrosonden-Analyse ergab, dass es sich dabei um Strontiobaryt mit einem geringfügig höheren Anteil Barium als Strontium handelt. Baryt kommt zudem in der Böschung des Mülbaches beim Dorf Stein AR als glasklare, rhombenförmige Kristalle von höchstens 4 mm Länge vor.

Rhombenförmiger Barytkristall auf Calcit. Mülbach. Länge 2 mm.

Sammlung Peter  Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Tafelige Baryt-Kristalle (weiss) auf Calcit. Waldhaus. Bildbreite 1.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Calcit CaCO3

Calcit ist Hauptgemengteil der Kalksteine und Mergel und tritt als Bindemittel in Sandsteinen auf. Daneben bildet er derbe Calcitadern oder Spaltenfüllungen ohne Kristallisationsflächen, die das Gestein durchziehen und vom Sammler kaum beachtet werden. Im Alpstein findet sich das Mineral an unzähligen Stellen; das grösste Calcitlager kann in der als Schauhöhle betriebenen Kristallhöhle Kobelwald bestaunt werden.

In Kluftrissen und grösseren Klufthohlräumen, wo zur Kristallisation genügend Platz vorhanden war, kann das Mineral aber schön ausgebildet sein. Im Alpstein findet man den Calcit rhomboedrisch, skalenoedrisch, prismatisch („Kanonenspat“) oder flachrhomboedrisch („Fingernagel-Calcit“) auskristallisiert. Häufig kommen auch formenreiche Kombinationen vor. Nicht selten sind Zwillingsbildungen anzutreffen. Überaus schöne Basis-Zwillinge lieferte die Fundstelle Cholloch bei Eggerstanden.

Die Grösse der einzelnen Kristalle variiert, je nach Form und Fundort, zwischen wenigen Millimetern und maximal 30 cm. Die Calcite sind weiss, grau oder gelbbraun gefärbt. Farblose Calcite werden auch Doppelspat genannt, da bei diesen die physikalische Eigenschaft der Doppelbrechung des Lichtes gut beobachtet werden kann: Wird durch ein durchsichtiges Calcitrhomboeder eine Linie betrachtet, erscheint diese doppelt.

Gelegentlich finden sich auch Fossil-Hohlräume, deren Wände mit vielen kleinen, skalenoedrisch ausgebildeten Calcitkristallen ausgekleidet sind. So konnte bei der Lokalität Chobel, Gartenalp ein versteinerter Nautilus -Cymatoceras radiatum (Sowerby) - von 14 cm Durchmesser gefunden werden, welcher in seinem Inneren eine Calcit-Druse enthält. Die maximal 3 mm langen Calcitkristalle sind als Skalenoeder ausgebildet und von grauer Farbe.

Der Calcit des Alpsteins dürfte sich in wässerigen Lösungen bei Temperaturen um 100 Grad Celsius gebildet haben. Daneben scheidet sich Calcit auch bei tieferen Temperaturen in Höhlen als Stalagmiten, Stalaktiten oder als Sinter aus.

 

Skalenoedrisch ausgebildete Calcit-Kristalle mit eisenhydroxid enthaltendem Überzug. Schart, Fäneren. Bildbreite 6 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Zwei ineinander verwachsene Calcit-Rhomboeder. Kristallhöhle Kobelwald. Breite 3.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Mineralstufe mit Calcitkristallen in der Fingernagel-Form: Kombination von flachem Rhomboeder e mit dem Prisma m. Blindenau, Stein AR. Bildbreite 5.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Calcit, sogenannter „Kanonenspat“. Bergwald. Bildbreite 6 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Doppelspat: Doppelbrechung des Lichts bei einem farblosen Calcit-Kristall (Spaltstück). Kristallhöhle Kobelwald. Breite 4.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Calcit, Basis-Zwilling. Waldhus, Eggerstanden AI. Breite 12.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Meisselförmig ausgebildeter Calcit-Zwilling. Ruine Hohensax, Sax SG. Kristallbreite 5 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Chalcedon SiO2

Das Mineral Chalcedon kommt beim Blattenberg bei Oberriet in Klufthohlräumen des Schrattenkalks vor. Im Calcit eingelagert finden sich dort unregelmässig verteilt wespennestartige Konkretionen aus Quarzmaterial, bei welchem es sich um Chalcedon handelt. Diese Chalcedongebilde bilden nach Mullis (1982) die Aufwachsbasis für die Sternquarze und sind für deren Form verantwortlich. Chalcedon ist bei relativ tiefen Temperaturen aus einem Kieselsäuregel entstanden.

Im Helvetischen Kieselkalk bei der Lokalität Laseier nördlich der Alp Sigel findet sich Chalcedon als weisse Imprägnation des Nebengesteins von Fluorit führenden Gängen.

Chalcedon, mit aufgewachsenen Quarzkristallen, konnte zudem als Hohlraumfüllung eines verkieselten Fossils (Lamellaerhynchia cf. renauxiana D'ORBIGNY) in den glaukonitischen Kalken des Altmann-Members bei der Fundstelle Tierwis-Grenzchopf unweit des Berggasthauses Tierwis gefunden werden.

Weisser Chalcedon auf Quarz. Blattenberg. Bildbreite 2 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Dickit Al2Si2O5(OH)4

Im Jahr 2009 gelang es Michael Soom und Peter Kürsteiner, im Einzugsgebiet des Ibachs nahe Steinegg das Tonmineral Dickit zu finden. Das Auftreten dieses Schichtsilikates im Alpstein konnte dabei erstmals nachgewiesen werden (Hofmann et al. 2014). Tonmineralien treten in der Regel in submikroskopischen Grössenordnungen auf und werden deshalb vom Sammler kaum beachtet.

Anlass für den Fund bildete eine Mineralstufe, welche in der Sammlung des Naturmuseums St. Gallen mit der Bezeichnung „Calcit und Gips“ aufbewahrt wurde, aus dem gleichen Gebiet stammte und  röntgenographisch als Dickit (und Calcit) bestimmt worden war.

Im Bachbett des Ibachs sind Schiefermergel der Unteren Meeresmolasse mit kleinen Sandsteinbänken aufgeschlossen. Letztere sind von häufig auftretenden Calcitadern durchzogen, deren Hohlräume zuweilen hellbraun-beige, pulverige Massen aus Dickit enthalten. Beim Aufschlagen der Sandsteine entsteht zudem ein Geruch nach Petrol. Die Fundlokalität sowie die dort vorkommenden Mineralien werden in Kürsteiner und Soom (2015, in Vorbereitung) ausführlich beschrieben.

Dickit (hellbraun-beige) auf Calcit. Ibach, Steinegg AI. Bildbreite 25 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Dolomit CaMg(CO3)2, Ankerit Ca(FexMg1-x)(CO3)2     x = 0.2 bis ca. 0.6

Der Dolomit kommt im Alpstein meist in der Form 1-2 bis maximal 10 mm grosser, sattelförmig gekrümmter Aggregate vor. Man kann ihn aber auch als kugelige Aggregate mit einem Durchmesser von höchstens 5 mm finden. Er ist jeweils dem Nebengestein oder den Mineralien Calcit oder seltener Quarz aufgelagert.

Dolomit bildet mit der Mineralart Ankerit eine Mischkristallreihe, der Eisenanteil kann deutlich variieren. Je nach Eisengehalt ist das Mineral weiss, hell- oder orangegelb gefärbt. Häufig ist es stark verwittert und nimmt eine limonengelbe oder rostbraune Farbe an.

Sattelförmiger Dolomit-Kristall auf Quarz. Vorder-Öhrligrueb. Breite 1 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Sattelförmige Dolomit-Kristalle (gelblich) auf Calcit. Steinbruch Unter Kobel, Oberriet. Bildbreite 1.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Fluorit CaF2

Unter den Sammlern besonders bekannt sind die Fluorite der beiden Fundstellen Dürrschrennenhöhle und Chobelwand. Beide Fundstellen lieferten für die Schweiz einzigartige Stufen.

Die Fluorite des Alpsteins sind meist als Würfel mit Kantenlängen von wenigen Millimetern bis maximal 11,5 cm auskristallisiert. Kombinationen von Würfel und Rhombendodekaeder haben jeweils geringere Kantenlängen. Zuweilen kommen Fluoritwürfel vor, welche deutlich ausgebildete, zu den Aussenflächen parallel orientierte Innenkristalle besitzen. Bei letzteren handelt es sich durchwegs um Kombinationen von Würfel mit Rhombendodekaeder, wobei sich letztere Kristallform jeweils im Innern des Würfels befindet.

Die Fluorite des Säntisgebietes sind meist in verschiedenen Grüntönen gefärbt; seltener finden sich hell- bis dunkelviolette oder rosarote Farbtöne. Auch graue, gräulichblaue, weisse sowie fast farblose Fluorite kommen gelegentlich vor. Grosse Kristalle sind fast durchwegs hell- bis dunkelgrün gefärbt, während die übrigen Farbtöne fast ausschliesslich bei den kleineren Fluoriten oder bei jüngeren Generationen beobachtet werden können.

Fluorit. Chobelwand. Breite 6 cm. Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Grüner Fluorit mit aufgelagerter, hellvioletter zweiter Generation; Kristallform: Kombination Würfel-Rhombendodekaeder. Dürrschrennenhöhle. Breite 6 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Michael Soom.

Fluorit, auskristallisiert als Kombination Würfel-Rhombendodekaeder. Chobelwand. Breite 8.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Verwachsung zweier durchscheinender Fluorit-Würfel. Laser, Alp Sigel. Kantenlänge grösserer Kristall 5 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Gips CaSO4·2H2O

Das Mineral Gips konnte im Alpstein lediglich an zwei Lokalitäten gefunden werden. Beim Kamm westlich des Weilers Plona findet sich Gips auf teilweise oxidierten Pyritkugeln aufgewachsen oder in schmalen Rissen des Nebengesteins. Die Gipskriställchen sind stängel- oder nadelförmig ausgebildet, höchstens wenige Millimeter gross und von weisser oder rostbrauner Farbe. Im Bereich der Aulenbachbrücke nahe Brülisau kommt das Mineral in Gesteinsrissen des dort anstehenden Mergels sowie dem Pyrit aufgelagert vor: weisse, kugelige Aggregate sowie einzelne, stängelförmige Kriställchen von höchstens 1 mm Länge.

Bei den Gips-Vorkommen des Alpsteins handelt es sich um eine sekundäre, rezente Mineralbildung, welche bei der Zersetzung von Pyrit entstanden ist.

Stängelförmige Gipskristalle auf rostig verwittertem Globigerinenmergel. Aulenbachbrücke.Kristalllängen bis 7 mm.  

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Hämatit Fe3+2O3

In der Gegend der Fäneren sowie in der Umgebung von Brülisau kommen an verschiedenen Lokalitäten hämatitisch vererzte Nummulitensandkalke des mittleren Eozäns (Lutétien) vor. Der Hämatit tritt sowohl als feinkörnige rötliche Masse im Gestein wie auch als rötlich glänzendes, schuppig auskristallisiertes Mineral zusammen mit weissem Calcit auf Harnischflächen auf.

 

Rötlicher, schuppig ausgebildeter Hämatit. Schaienegg. Länge 10 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Nahaufnahme Hämatit. Schaienegg. Bildbreite 4 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Mit Hämatit vererzter, Nummuliten führender glaukonitischer Sandkalk. Die Glaukonitkörner sind teilweise durch Hämatit ersetzt (in der Zeichnung schwarz). Entlang von Kluftflächen tritt roter Hämatit auf (Punktsignatur). Melchuelis. Bildbreite 1.5 cm. Zeichnung: Michael Soom, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Markasit FeS2

Bisher konnte Markasit im Alpstein lediglich an der Horsthalde, hintere Seealp, nachgewiesen werden. Von dieser Fundstelle wurden 3 Mineralproben unter dem Erzmikroskop untersucht. Markasit tritt in allen untersuchten Proben als bis 50 µm grosse Einschlüsse in Pyrit-Konkretionen auf. Die Form der verschiedenen Einschlüsse deutet darauf hin, dass es sich beim Markasit um ehemalige Hohlraumfüllungen von Fossilien handeln dürfte.

Erzanschliff einer Pyritkugel mit Markasit-Einschlüssen. Im normalen Auflicht ist der Pyrit messinggelb und der Markasit grau (links). Im doppelt polarisierten Licht zeichnet sich der Markasit aufgrund seiner Anisotropie durch verschiedene Farbzonen aus (rechts). Horsthalde. Markasit bis 50 µm breit. Sammlung Peter Kürsteiner, Fotos: Beda Hofmann.

 

Pyrit FeS2

Relativ häufig kann im Alpstein kugelförmig auftretender Pyrit gefunden werden. Zuweilen sind diese von den Einheimischen Blitz- oder Donnerkugeln genannten Kristallkugeln oxidiert. Die schönsten Pyritkugeln kommen in der Umgebung des Säntis vor.

Pyritkristalle kommen auch als Würfel ausgebildet vor. Diese sind einzeln oder häufiger gruppiert im Gestein eingebettet. Sie haben Kantenlängen von höchstens 1 cm und sind goldgelb oder als Folge der Verwitterung dunkelbraun bis schwarz gefärbt.

Zwei miteinander verwachsene Pyritkugeln. Säntisgipfel. Breite 8 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Micghael Soom.

Pyritkugel mit radialstrahligem Aufbau. Säntisgipfel. Durchmesser der Konkretion 2.3 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Michael Soom.

Links linsenförmige Pyrit-Konkretion, daneben angesägte Einzelstücke. Bogartenlücke. Breite der Konkretion 4.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Pyrit-Würfel. Öhrlisattel. Kantenlänge grösster Würfel 8 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Pyrit, als Ikositetraeder auskristallisiert. Brüllenstein. Breite 1.4 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Martin Fischer.

 

Pyrrhotin Fe1-xS        x = 0 bis 0.17

Im Steinbruch Unter Kobel bei Oberriet konnte in schmalen Kluftrissen Pyrrhotin nachgewiesen werden. Das Mineral ist broncegelb und tritt in Form dicktafeliger, pseudohexagonaler Aggregate mit einer Länge von maximal 3 mm auf. Andere Vorkommen sind im Alpstein bisher nicht bekannt.

Pyrrhotin-Kristallaggregat auf Calcit. Steinbruch Unter Kobel. Kristallbreite 3 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Quarz SiO2

Der Alpstein ist bekannt für das Vorkommen von sogenannten "Öhrli-Diamanten". Diese finden sich am häufigsten im Oberen Öhrli-Mergel im Gebiet der Vorder-Öhrligrueb, zuweilen dem Calcit aufgewachsen, häufig jedoch von ihrer Unterlage losgelöst im Gesteinsschutt. Die Quarzkriställchen sind jeweils dem Calcit aufgewachsen, kurzprismatisch und höchstens 2 cm lang ausgebildet. Sie erhielten ihren Namen wegen ihres guten Oberflächenglanzes und ihrer grossen Durchsichtigkeit: Eigenschaften, welche an facettierte Edelsteine erinnern. Es sind fast ausschliesslich Doppelender; Zepterquarze kommen ebenfalls vor. Sie können vereinzelt braune Erdöl-Einschlüsse enthalten.

„Öhrli-Diamant“, aufgewachsen auf Fluorit-würfel. Oberrieter Chienberg Ost. Bildbreite   1.5 cm. 

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Kurzprismatischer Quarz-Doppelender vom  Typ „Öhrli-Diamant“. Häldeli, Brüeltobel. Länge 5 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Quarze in der Form sogenannter Sternquarze beschrieb Alean (1972) aus dem Schrattenkalk des Blattenberges bei Oberriet. Es handelt sich dabei um kugelige oder rosettenartige Gruppierungen von wenige Millimeter langen Quarzkriställchen, welche jeweils auf einer Schicht Chalcedon aufgewachsen sind.

Schnitt durch ein Sternquarz-Aggregat. Die Sternquarze sind sternförmig dem Mineral Chalcedon aufgewachsen (Zeichnung: Michael Soom, nach Mullis 1982).

Sternquarz-Aggregat, bestehend aus radialstrahlig gewachsenen Einzelkristallen. Blattenberg. Bildbreite 3cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Zepterquarz neben Quarz in der Normalform, auf Calcit. Blattenfels Ost. Länge des Zepterquarzes 3 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Realgar AsS

Das Mineral kommt im Alpstein lediglich an einer in der Subalpinen Molasse gelegenen Lokalität vor: am Bachlauf der Sitter bei Haslen konnten höchstens 3 mm lange Einzelkriställchen von Realgar, zusammen mit Calcit in schmalen Klüftchen, gefunden werden. Der Fund erfolgte 1976 und war der erste Realgarfund aus Molasse-Schichten der Schweiz.

Blutroter, stengeliger Realgarkristall mit weissem Calcit. Ebni Nord, Haslen AI. Länge des Realgars 1 mm.

Sammlung Naturhistorisches Museum Bern, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Strontianit SrCO3

Im Steinbruch Montlingerberg nahe Oberriet tritt Strontianit als büscheliges, weisses Mineral bis 1 mm Länge auf. Er ist dort jeweils dem Calcit aufgewachsen.

Im Steinbruch Unter Kobel, Oberriet, kommt das Mineral als weisse Büschel bis zu 3 mm Länge vor und ist jeweils mit Calcit und Dolomit vergesellschaftet.

Strontianit findet sich weiter bei der Lokalität Obere Leugangen, nördlich der Alp Sigel, in der Form farbloser oder weisser, spiessiger bis büschelförmiger Kristallaggregate mit Grössen bis 4 mm.

Kugelförmige Aggregate aus Strontianit (weiss) neben Dolomit (bräunlich). Steinbruch Unter Kobel, Oberriet SG. Bildbreite 1.5 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Weisser, büschelförmiger Strontianit, bräun-licher Dolomit und hellgrauer Calcit. Steinbruch Unter Kobel, Oberriet SG. Bildbreite 1 cm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

Strontianit in der Form spiessiger bis büschel-förmiger Kristallaggregate, neben skalenoedrischem Calcit. Obere Leugangen. Bildbreite 4 mm.

Sammlung Peter Kürsteiner, Foto: Thomas Schüpbach.

 

Mineral-Bestimmungen

Bestimmung von Dickit, Markasit und Strontiobaryt durch Prof. Dr. Beda Hofmann, Naturhistorisches Museum Bern.

 

Literaturverzeichnis

Alean Christian (1972): Vom "Öhrlidiamanten“ zum Stern- und Zepterquarz. 2. Teil. Schweizer Strahler 2, 329-338.

Hofmann Beda, Soom Michael, Kürsteiner Peter und Graeser Stefan (2014): Wenig bekannte Tonmineralien: Neufunde von Dickit, Palygorskit und Rectorit aus der Schweiz. Schweizer Strahler 4, 23-34.

Kürsteiner Peter (2014): Der Alpstein als Mineralfundgebiet. In: Büchler Hans: Der Alpstein. Natur und Kultur im Säntisgebiet. Appenzeller Verlag, Herisau, 77-87.

Kürsteiner Peter und Soom Michael (2007): Mineralien im Alpstein. Appenzeller Verlag, Herisau.

Kürsteiner Peter und Soom Michael (2015): Erstnachweis des Minerals Dickit in der Subalpinen Molasse - Fund von Dickit im Ibachtobel bei Steinegg, Appenzell. In: Berichte der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft, Band 92.

Mullis Joseph (1982): Sternquarz. Schweizer Strahler 6, 125-140.